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Der Werkvertrag in Österreich - Alles was Sie wissen sollten

  • Redaktion Vertragsrechtsinfo.at
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In Österreich kommt der Werkvertrag relativ oft zum Einsatz. In diesem Beitrag erfahren Sie alles zum Thema Werkvertrag in Österreich. Von der Frage wann dieser zum Einsatz kommt, über was bei einem Werkvertrag zu beachten ist bis hin zu wie schaut es bei einem Werkvertrag mit der Sozialversicherung und der Arbeitslosenversicherung aus. Wo liegen die Unterschiede zum Arbeitsvertrag und Dienstvertrag? Wie kann ein Werkvertrag gekündigt werden und gibt es bei Werkverträgen auch Aufhebungsverträge?

Was ist ein Werkvertrag und wann wird dieser benötigt?

Definition eines Werkvertrages

Beim Werkvertrag gibt es einen Auftragnehmer, auch freier Dienstnehmer genannt, und einen Auftraggeber. Der Auftragnehmer verpflichtet sich beim Werkvertrag gegenüber dem Auftraggeber für ein vereinbartes Honorar ein Werk zu erstellen. Das Werk kann ein Gegenstand aber auch die Erstellung eines Textes oder eine Webseite sein.

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Wann kommt der Werkvertrag in Österreich zum Einsatz?

Viele Unternehmen benötigen bei Projekten mehr Arbeitskräfte, als sie zur Verfügung haben. Oft benötigen Sie die Arbeitskraft aber eben nur für dieses eine Projekt oder sind sich noch gar nicht sicher, ob das Projekt bis zum Ende weiterverfolgt wird. In solch einem Fall einen Mitarbeiter fest anzustellen, ist eine teure und teils langwierige Entscheidung. Bis dann der Mitarbeiter wirklich am Projekt mitwirken kann, vergehen oft viele Wochen. Wenn es dann noch irgendwann heißt das Projekt wird gestoppt, muss man sich unter Umständen wieder vom Mitarbeiter trennen, was schlussendlich Geld kostet aber auch nicht unbedingt förderlich für die Atmosphäre in der Firma ist.

Aus diesen Gründen nutzen immer mehr Firmen in Österreich den Werkvertrag. Der Werkvertrag ermöglicht Firmen für Aufgaben eine Firma, Einzelunternehmer oder Freelancer hinzuzuziehen und das ohne die Konsequenzen eines festen Mitarbeiters. Die Person, die den Werkvertrag annimmt erhält eine Klare Vorgabe mit Zielerwartung. Wird dieses Ziel erreicht, erhält der Werkvertragsnehmer sein Honorar. Oft sind Auftragnehmer spezialisiert auf eine bestimmte Sache und können somit das Ziel in kurzer Zeit erfolgreich erreichen.

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Worauf sollten Sie bei der Vertragserrichtung eines Werkvertrages achten?

Als freier Dienstnehmer sollten Sie die Aufgaben und die Zielerfüllung sowie wann Sie Ihr Honorar beziehen genauestens im Vertrag festhalten lassen. Damit ist nicht nur der Zeitpunkt gemeint wann Sie beim Werkvertrag Ihr Honorar erhalten sondern wie und was müssen Sie abliefern, um bezahlt zu werden. In der Regel wird ein Pauschalpreis vereinbart für die Ablieferung des gewünschten Ergebnisses. Je schwammiger die Angaben sind, desto schneller gehen Sie leer aus. Am besten lassen Sie den Vertrag vor Unterzeichnung von einem Rechtsanwalt für Vertragsrecht überprüfen. Somit sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Was muss der Werkvertrag beinhalten?

Mit dem Werkvertrag sichern sich beide Parteien Ihre Leistungen und Pflichten ab. Vor allem im Streitfall ist es wichtig einen schriftlichen Werkvertrag zu haben. Dieser sollte das Honorar und die Zahlungsziele, Kündigungsmöglichkeiten sowie die Haftungen beinhalten. Für den Auftraggeber ist auch wichtig die Nutzungsrechte des fertiggestellten Werks mit in den Vertrag aufnehmen zu lassen.

Merkmale eines Werkvertrags in Österreich?

Beim Werkvertrag ist der Auftragnehmer selbstständig für sich und die Erfüllung des Vertrages verantwortlich. Das bedeutet, dass er selbst schauen kann, wie er sich die Arbeitszeit einteilt, Hauptsache das Werk ist bis zur Fälligkeit fertig gestellt. Er ist nicht in die Organisation des Unternehmens integriert, kann aber je nach Absprache für Workshops oder Meetings hinzugeholt werden.

Der Auftragnehmer hat sein eigenes Equipment zur Erledigung der Aufgaben und ist auch für seine Sozialversicherungen selbst zuständig. Der Auftragnehmer des Werkvertrags kann wiederum Mitarbeiter haben, die den Auftrag für ihn erledigen oder ihm zuarbeiten. Der Werkvertrag ist ein Erfolg ausgerichteter Vertrag, was so viel bedeutet, dass der Auftragnehmer nur bei Erfolg bezahlt wird.

 

Was ist der Unterschied zwischen Dienstvertrag und Werkvertrag?

Der größte Unterschied zwischen einem Dienstvertrag und einem Werkvertrag ist, dass beim Dienstvertrag die Person beim Unternehmen fest angestellt ist. Somit bezieht die Person als Arbeitnehmer mit dem Dienstvertrag zusätzlich zum Gehalt sämtliche Sozialleistungen wie Anspruch auf Kranken- und Arbeitslosengeld, Pensionsvorsorge sowie Mitgliedschaft bei der Arbeiterkammer. 

Der Arbeitnehmer hat ebenfalls Anspruch auf die Mitarbeitervorsorgekasse und es besteht Anspruch auf einen 13. und 14. Monatsbezug des Gehalts. Beim Werkvertrag ist der Auftragnehmer selbständig und kommt für sämtliche Sozialleistungen selbst auf. Er bezieht bei Fertigstellung des Werks ein im Werkvertrag festgelegtes Honorar.

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Werkvertrag oder Dienstvertrag aus der Sicht des Auftraggebers

Der Dienstvertrag ist für den Auftraggeber aufgrund der Sozialleistungen, Urlaubsansprüche, Fehltage durch Krankheit aber auch durch den Einstellungsprozess mit Anzeigenschaltung etc. teurer als ein Werkvertrag. Ob ein Werkvertrag überhaupt umsetzbar ist, hängt davon ab, ob das Unternehmen überhaupt damit umgehen kann, dass der Auftragnehmer nicht ständig zur Verfügung steht sondern sich seine Arbeitszeit komplett selbst einteilt. Entscheidend ist für Sie nur, dass er zum Abgabetermin das gewünschte Werk fertiggestellt hat. Dann ist der Werkvertrag sicher die richtige Wahl.

Wenn Sie es aber wünsche, dass derjenige bei Ihnen vor Ort sitzt und ständig abrufbar und empfangsbereit für Instruktionen ist, dann ist der Dienstvertrag die bessere Wahl für Sie. Schätzen Sie allerdings beim Dienstvertrag ab, wie Sie einen Mitarbeiter langfristig mit Aufgaben versorgen können und welche Voraussetzungen er mitbringen muss. Das ist oft schwieriger abzuschätzen als für eine spezielle Aufgabe eine externe Person für die Erstellung mit einem Werkvertrag zu Hilfe zu holen.

Gefahr der Scheinselbständigkeit für freie Dienstnehmer

Sollten Sie abgesehen von dem vertraglich festgesetzten Ziel Weisungsgebunden sein, kann eine Scheinselbständigkeit vorliegen. Gleiches gilt, wenn sie ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis eingehen, in dem Sie nicht ein Werk fertig stellen sondern eine wiederholt zu erbringende Leistung abliefern müssen.

Ihr erster Werkvertrag was müssen Sie tun

Zuerst müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Mit der Anmeldung können Sie beim Finanzamt ihre Steuernummer beantragen. Als nächstes müssen Sie sich bei der Sozialversicherungsanstalt anmelden. Zum empfehlen, aber keine Pflicht, ist ein Steuerberater.

Meldepflicht bei der Sozialversicherung bei Werkvertrag aus der Sicht des Auftragnehmers

Beim Werkvertrag ist der Auftragnehmer selbst verantwortlich sich bei der Sozialversicherungsanstalt anzumelden. Sie müssen jedoch erst Sozialversicherung abführen wenn Sie einen Gewinn von mehr als 5.256,60€ machen. Wenn Sie unter dieser Grenze bleiben, können Sie einen Antrag auf Befreiung von der Pflichtversicherung stellen.

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Erhält man beim Werkvertrag eine Arbeitslosenversicherung?

Seit 2008 gibt es eine neue Regelung bei der Arbeitslosenversicherung für freie Dienstnehmer. Als Auftragnehmer sind Sie arbeitslosenversichert, sofern Sie ein Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze erzielen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie in den letzten 2 Jahren mindestens 52 Wochen Beiträge in die Arbeitslosenkasse gezahlt haben. 

Sollten Sie sich für das Arbeitslosengeld qualifizieren, erhalten Sie 55% Ihres durchschnittlichen Nettogehalts als Arbeitslosengeld ausbezahlt.

Der Gewinnfreibetrag für freie Dienstnehmer

Um Ihre Einkommensteuer zu verringern können Sie als freier Dienstnehmer Freibeträge geltend machen. Sollten Sie unter 30.000 € Jahresgewinn bleiben, können Sie 13% geltend machen. Sollten Sie über 30.000 € Jahresgewinn haben können Sie ein investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geltend machen. 

Dieser muss durch Investitionen in begünstigte Wirtschaftsgüter gedeckt werden. Der prozentuale Anteil richtet sich nach der Höhe des Gewinns und beträgt bis 175.000 € 13%, für die nächsten 175.000 € 7% und die nächsten 230.000 € 4,5%.

Pauschaler Betriebskostenabzug Auftragnehmer

Anstatt der tatsächlichen Betriebsausgaben können freie Dienstnehmer, die wissenschaftlich, vortragend, schriftstellerisch, unterrichtend oder erziehend tätig sind einen pauschalen Betriebskostenabzug in Höhe von 6% des Netto-Umsatzes geltend machen. Der Höchstbetrag für diese Tätigkeiten liegt bei 13.200 € jährlich. Alle anderen freien Dienstnehmern können 12% aber höchstens 26.400 € geltend machen.

Rechtsanwalt für die Werkvertragserrichtung beauftragen - Ist das notwendig?

Die Vertragsparteien sollten alle das Interesse haben einen sauberen und wasserdichten Werkvertrag für die Zusammenarbeit zu haben. Ein Rechtsstreit sollte unter allen Umständen vermieden werden, da er teuer ist und alle Parteien unnötigen viel Zeit raubt. Schauen Sie daher auf Vertragsrechtsinfo.at nach einem Anwalt für Vertragsrecht in Ihrer Nähe und nehmen Sie Kontakt auf.

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